Wenn man den Begriff Doping hört, denkt man zunächst nicht unbedingt
an Pferde. Dabei wurde bereits ab Mitte des 17. Jahrhunderts in England
der Einsatz von Anregungsmitteln bei Pferden mit Verboten belegt. In
Deutschland gibt es Dopingkontrollen im Pferdesport erst seit ca. 30
Jahren.
Ein Beitrag von Kristina Rickmers, Göttingen.
Mittlerweile ist es möglich, selbst geringste Spuren von
Dopingsubstanzen im Blut und Urin nachzuweisen. In Deutschland gilt die
Null-Lösung, das heißt, das selbst geringste Mengen einer verbotenen
Substanz ein positives Dopingergebnis bedeuten; da aber über die
Absetzfristen von Medikamenten nur lückenhafte Erkenntnisse bestehen,
ist es für den Tierarzt oft schwer einzuschätzen, ob die Therapie
rechtzeitig vor einem Wettkampf abgebrochen werden kann, zumal auch
lokal angewendete Salben und Gels zu positiven Testergebnissen führen
können. In solchen Fällen wäre vielleicht eine freiwillige
Selbstkontrolle sinnvoll, um den Abbau einer Medikation zu überwachen
und bösen Überraschungen vorzubeugen, wie es 2004 im Vorfeld der
Olympiade bei Meredith Michaels-Beerbaum der Fall war.
Doping kann mitunter auch für Hobbyreiter - wenn auch meist
unfreiwillig - zum Thema werden. Denn oft wird nicht berücksichtigt,
dass Impfungen, aber auch, wie oben erwähnt, Gels und Salben, deren
Wirkstoffe über die Haut ins Blut gelangen, zu einer messbaren
Konzentration und damit positivem Dopingbefund führen können. Es ist
daher durchaus sinnvoll, die Inhaltsstofflisten der verwendeten
Produkte genau durchzulesen und gegebenenfalls den behandelnden
Tierarzt darauf anzusprechen.
Auf der anderen Seite gibt es für Besitzer und Trainer eine Reihe von
Gründen, ein Pferd vorsätzlich zu dopen. Mit Medikamenten lässt sich
die Schmerzgrenze herabsetzen, Erschöpfungsempfinden kann ausgeschaltet
oder Nervosität unterdrückt werden. Das kann für das Pferd allerdings
schwere Folgen haben, wie zahlreiche Todesfälle auf tragische Weise
zeigen. Für Gewissensbisse bleibt kein Platz, schließlich ist der
Pferdesport zu einem Millionengeschäft geworden, bei dem es in erster
Linie darum geht, dass ein Pferd am Wettkampftag startbereit ist.
Mittel und Formen des Dopings
Ein häufig bei Pferderennen verwendeter Wirkstoff ist Amphetamin,
das Pferde bis zur völligen Erschöpfung und nicht selten bis zum
Herzstillstand laufen lässt.
Weitere Substanzen zur Unterdrückung des natürlichen
Ermüdungsempfindens sind die Methylxanthine, zu denen auch Coffein
zählt. Sie bewirken eine psychomotorische Leistungssteigerung.
Eine höhere Leistungsfähigkeit im Ausdauerbereich wird auch durch
Erythropoietin, kurz EPO, erreicht. EPO ist ein körpereigenes Hormon,
das in den Nieren produziert wird. Seit Anfang der achtziger Jahre kann
es auch gentechnisch hergestellt werden. EPO regt die Produktion der
roten Blutkörperchen an. Je mehr rote Blutkörperchen gebildet werden,
desto mehr Sauerstoff wird in die Muskeln transportiert; das wiederum
erhöht die Ausdauer des Pferdes.
Auch im Pferdesport werden die aus dem Bodybuilding bekannten anabolen
Steroidhormone zur Erhöhung der Muskelkraft und zur Leistungssteigerung
verabreicht. Wie beim Menschen muss die Gabe über einen längeren
Zeitraum erfolgen, um, parallel zu gesteigertem Training und
optimierter Ernährung, das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Mögliche
Spätfolgen, wie irreversible Fruchtbarkeitsstörungen bei Hengsten und
Stuten und Wachstumsstörungen bei jungen Pferden, werden dabei
billigend in Kauf genommen.
Lokalanästhetika werden oft missbraucht, um ein lahmendes Pferd
einsatzfähig zu machen. Dadurch erhöht sich aber auch die Gefahr des
Stolperns oder gar Stürzens, da das Pferd über das kranke Bein keine
Kontrolle mehr hat, was gleichzeitig eine Gefährdung des Reiters
bedeuten kann.
Eine weitere Form des Dopings stellt die Verabreichung kleiner Dosen
von Beruhigungsmitteln dar, um nervöse oder agressive Pferde leichter
handhaben zu können. Manche Pferde sind in Wettkampfsituationen so
nervös, dass sie erst durch die Gabe von Sedativa startfähig gemacht
werden können. Da stellt sich die Frage, ob solche Tiere überhaupt in
den Pferdesport gehören.
Olympia 2004
Nach Ulla Salzgebers Sperre und dem peinlichen Positivergebnis von
Meredith Michaels-Beerbaum kurz vor den olympischen Spielen in Athen
wurde der Reitsportfan unsanft daran erinnert, dass im Pferdesport das
Wohl der Tiere nicht immer an erster Stelle steht. Weitere
Verdachtsfälle kamen vor kurzem an die Öffentlichkeit, darunter
bekannte Namen wie Ludger Beerbaum und Bettina Hoy.
Einige Reiter fordern seit längerem, die Null-Lösung, die eigentlich
für das Wohl der Tiere gedacht war, abzuschaffen. Das könnte dazu
führen, dass Pferde immer mehr zu reinen Sportgeräten degradiert
werden, die jederzeit in der Lage sein müssen, auf Abruf
Höchstleistungen zu vollbringen.
Kristina Rickmers ist freie Autorin in Göttingen.
» 5 Kommentare
1"Danke" am Mittwoch, 18. Oktober 2006 10:40
danke für den text es hat uns sehr im bio unterricht geholfen. wir haben dafür eine eins bekommen.ich habe es alleine gemacht und der doofe Yannick hat mir net geholfen.wenn er es getan hätte,hätten wir bestimmt auch keine eins!!!!!Danke cynthia ich weiß das ich dumm bin. Eure cynthia Sav.
2"Danke" am Montag, 29. Januar 2007 14:08
Dieser Text hat mir auch beim bioprojekt geholfen!!! is wirklich gut! lg lea
3"Leistungssteigerung beim Rennpferd durch" am Montag, 29. Januar 2007 16:32
Wer hat davon schon mal was gehört? Es ist in Deutschland verboten, weiß aber das es gemacht wird. Geht um ein schwerst erkranktes Pferd. Jeder Tipp zählt.
4"Danke" am Mittwoch, 31. Januar 2007 18:34
Ich benutze diesen text jetzt auch in bio fürs Referat über Doping und hoffe das ich auch so viel Erfolg haben werde wie ihr!!!
5"danke =)" am Samstag, 3. Februar 2007 11:39
Der Text macht sich in meinem Bio-Referat sicher sehr gut Also ihc bin ja für mehr von solchen Texten^^
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