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Astrophysiker finden Neues zu Quasaren heraus | Drucken |  E-Mail

Auf den Blickwinkel kommt es an: Quasare: Vereinheitlichendes Modell trifft zu
RUB-Forscher beenden astronomisches Rätselraten. Dazu meldet die Pressestelle der Ruhr-Universität Bochum:

Ein jahrelanges Rätsel um den Aufbau von Quasaren, hell leuchtenden
Kernen von Galaxien, wurde nun gelöst durch  die Beobachtung von Ralf
Siebenmorgen (ESO), Martin Haas (Astronomisches Institut der
Ruhr-Universität, AIRUB), Endrik Krügel (Max Planck Institut für
Radioastronomie, Bonn) und Bernhard Schulz (Caltech). Ihnen gelang
mit dem Spitzer Space Telescope erstmals der Nachweis, dass alle
Quasare nach einem bestimmten Muster aufgebaut sind und nur je nach
Blickwinkel unterschiedlich zu sein scheinen. Ihre Beobachtung ist im
Fachjournal Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Einheitliches Modell stand lange in Frage

Im Inneren von Quasaren befindet sich ein schwarzes Loch, das die
umgebende Materie ansaugt, wobei enorme Strahlung freigesetzt wird.
Das vereinheitlichende Modell geht davon aus, dass alle Quasare nach
dem gleichen Muster aufgebaut und von einem Ring  aus Gas und Staub
umgeben sind. Bislang war diese Annahme aber nicht zweifelsfrei
nachgewiesen: Die theoretisch vorhergesagten Merkmale des Staubrings
wurden bislang nicht in den Spektren von Quasaren beobachtet. Das
Problem ist, dass die Erscheinung eines Quasars wesentlich davon
abhängt, aus welchem Blickwinkel man ihn beobachtet: "Blickt man von
oben auf den Ring aus Staub, dann sollte man die charakteristische
Silikat-Strahlung von der Innenwand des Staubrings sehen; ist der
Ring so orientiert, dass wir ihn von der Seite sehen, dann wird diese
Strahlung von den äußeren Schichten des Rings verdeckt", erklärt Dr.
Martin Haas. Bisher gelang es nicht, die bei Draufsicht auf den Ring
theoretisch vorhergesagte charakteristische Silikatemission zu
beobachten. Die Folge waren über 15 Jahre hinweg immer wieder Zweifel
und neue Änderungen am einheitlichen Modell.
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Bestätigung durch Empfindliche Messgeräte

Das Rätselraten endete erst mit Beobachtungen mit dem Spitzer Space
Telescope, das Aufnahmen von unerreichter Genauigkeit liefert und das
gesamte benötigte Spektrum abdeckt. Mit seiner Hilfe gelang nun der
Nachweis, dass das vereinheitlichende Modell tatsächlich zutrifft.
Mit dem Spitzer Telescope zeichneten die Forscher die Spektren von
mehreren Quasaren im Infrarotbereich auf. Mit den besonders
empfindlichen Geräten konnte die Strahlung, die Silikatstaub bei
einer Wellenlänge von zehn Mikrometern im umgebenden Ring aussendet,
beim richtigen Blickwinkel gemessen werden. "Inzwischen wurden unsere
Beobachtungen erfreulicherweise von anderen Teams bestätigt und sogar
um weitere Beobachtungen bei einer Wellenlänge von 18 Mikrometern
ergänzt", so Dr. Haas.

Titelaufnahme

Siebenmorgen, Haas et. al.: Discovery of 10 micron silicate emission
in quasars: Evidence for the AGN unification scheme. In: Astronomy &
Astrophysics, Vol. 436, pp. L5-L8.

Weitere Informationen

PD Dr. Martin Haas, Astronomisches Institut der Ruhr-Universität
Bochum, 44780 Bochum, Gebäude NA 7/172, Tel. 0234/32-28673, Fax:
0234/32-14412, E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

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