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Psychosoziale Arzt-Patient-Beziehung unentbehrlich | Drucken |  E-Mail
22.03. Universität zu Köln: Heutzutage haben Ärzte immer weniger Zeit für ihre Patient, in den Kliniken und Praxen mangelt es an guter Betreuung und es fehlt die zwischenmenschliche Arzt-Patient-Beziehung. Aus diesem Grund sollten verstärkt psychosoziale Kurse in der medizinischen Ausbildung eingeführt werden, damit sie frühzeitig Kenntnisse über die Arzt-Patient-Beziehung im klinischen Alltag erlernen und diese im Berufsalltag zugunsten der Patienten umsetzen. In der Ausbildung sollen sich die zukünftigen Ärzte nicht nur handwerkliche Fertigkeiten, sondern auch zwischenmenschliche Fertigkeiten aneignen.

Insbesondere in den chirurgischen Abteilungen eines Krankenhauses ist das Zeitpensum, das einem einzelnen Arzt für eine zufriedenstellende psychosoziale Betreuung seiner Patienten zur Verfügung steht, minimal. Dies führt dazu, dass das Patientenbedürfnis nach einer ärztlichen Bezugs- und Vertrauensperson oft nicht mehr adäquat befriedigt werden kann. Zu diesen Ergebnissen kommen Dr. Oliver Ommen und Dr. Christian Janßen in einer Studie des Institutes und der Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin der Universität zu Köln.
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Ein ehrliches, offenes und vor allem regelmäßig stattfindendes Gespräch ist neben dem Behandlungserfolg eine wesentliche Voraussetzung für zufriedene Patienten. Ein respektvoller, hilfsbereiter und einfühlsamer Umgang mit dem Patienten unter Berücksichtigung seiner individuellen Bedürfnisse ist ebenso wichtig für seine Zufriedenheit wie Information und Aufklärung über seinen Gesundheitszustand und die weitere medizinische Behandlung.

Sie befragten zu diesem Zweck schwerstverletzte Patienten der unfallchirurgischen Stationen der Universitätsklinik Köln und des städtischen Klinikums Köln-Merheim, da diese aufgrund ihrer langen Liegezeit und ihres häufigen Kontaktes mit dem medizinischen Personal als "Experten" der Versorgung im Krankenhaus angesehen werden können. Grundlage ihrer Befragung war der "Kölner Patienten Fragebogen - KPF", welcher am Institut und Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin der Universität zu Köln unter der Leitung von Professor Dr. Holger Pfaff entwickelt wurde.
Die psychosoziale Versorgungsqualität schwerstverletzter Patienten durch die Chirurgen konnte in der vorliegenden Studie als eine bedeutsame Einflussgröße auf die Zufriedenheit der Patienten mit dem Krankenhausaufenthalt ermittelt werden. Insbesondere Defizite im Bereich der Informationsübermittlung, der Zeit, die sich die Ärzte nahmen, sowie eine nicht erfolgte Beteiligung des Patienten bei der Behandlung erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Patientenunzufriedenheit.

Die Medizin hat sich in den letzten Jahrzehnten einem Wandel unterzogen, der erhebliche Auswirkungen auf das Arzt-Patienten-Verhältnis hatte. Die zunehmende Spezialisierung, die Entwicklung neuer Techniken die wirtschaftliche Situation des Gesundheitssystems und nicht zuletzt verschärfte rechtliche Aspekte haben maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die ärztliche Diagnostik und Therapie immer mehr von der "einfachen Untersuchung" auf die Anwendung technischer Hilfsmittel verlagerte. Vor allem die Personalknappheit infolge der angespannten Haushaltslage vieler Krankenhäuser und der große Dokumentations- und Verwaltungsaufwand, der zusätzlich zur "reinen" ärztlichen Tätigkeit zu leisten ist, führen verstärkt dazu, dass die Klinikärzte kaum noch in der Lage sind, die ihnen anvertrauten Patienten ausreichend psychosozial zu betreuen.

Dr. Ommen und Dr. Janßen leiteten aus den Ergebnissen ihrer Arbeit auch direkte Konsequenzen für die Ausbildung zukünftiger Mediziner ab: So fordern sie eine verstärkte Einbindung der sog. psychosozialen Fächer (Psychologie, Sozialwissenschaften) in die medizinische Ausbildung.

Für Rückfragen stehen Ihnen Dr. Oliver Ommen und Dr. Christian Janßen unter der Telefonnummer 0221/478-97144 bzw. 0221/478-97143, der Fax-Nummer 0221/478-97142 und den Email-Adressen Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können bzw. Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können zur Verfügung.

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web unter http://www.uni-koeln.de/pi/
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