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19.05. - Klinikum der Universität München: Viele Berichte und Dokumentationen über den Irak und den Folterungen in den zahlreichen irakischen Gefängnissen während Saddams Regierungszeit zeigten verschiedene traumatische Erlebnisse der Häftlinge. Das Regime verwendete zahlreiche Foltermethoden an, die zum Verlust von Körperteilen oder Körperorganen führten. Zahlreiche Gefangene haben aufgrund abgetrennter Ohren traumatische Ohrdefekte. Professor Dr. Alexander Berghaus setzt genau hier an und wird Ende Mai für irakische Chirurgen seine neue OP-Technik vorstellen. Mit seinem vermittelten Know-how leistet Professor Berghaus einen bedeutenden Beitrag zur Behandlung der fast 3000 irakischen Patienten und Patientinnen.
Eine Anfrage aus Jordanien erreichte den Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in Großhadern: Praktische und theoretische Vermittlung der seit etwa zwei Jahren am Klinikum der Universität München durchgeführten Ohrmuschelrekonstruktionen, die in ihrer Methode bundesweit bisher einmalig angeboten werden. Professor Dr. Alexander Berghaus und sein Oberarzt Dr. Andreas Naumann stellen fehlende Anteile des Ohrmuschelgerüstes aus porösem Polyethylen-Material statt - wie sonst üblich - aus körpereigenem Rippenknorpel wieder her. Doch geht es nicht um die bisher behandelten Patienten mit genetischen Ohrfehlbildungen oder Ohrmuscheldefekten zum Beispiel nach Autounfall, fehlgeschlagenen Vor-OPs oder Bissverletzungen, sondern um traumatische Ohrdefekte nach Folterung und Stigmatisierung. Circa 3000 Frauen und Männer stehen derzeit auf der Warteliste irakischer Ärzte, die das Stigma des abgetrennten Ohres ablegen wollen. {mosaddphp:google-fona.php} Die Jordanische Gesellschaft für plastische Chirurgie hat im Rahmen einer Kooperation mit dem Nachbarland Professor Berghaus gebeten, Ende Mai für irakische Chirurgen seine neue OP-Technik vorzustellen, um das know-how der international beachteten Methode in den Aufbau des irakischen Gesundheitssystem zu integrieren. "Ich bin von der OP-Methode überzeugt und dass sie nun zu einer nennenswerten Hilfe für die Betroffenen werden und ich damit medizinische Aufbauhilfe leisten kann, lässt mich die Einladung natürlich annehmen", so Berghaus.
Die OP-Methode
Die gängige OP-Methode ist es, die Ohrmuschel aus dem eigenen Knorpel-Material zu rekonstruieren. Dem Vorteil der guten Biokompatibilität des Knorpels, bei der keine Transplantatabstoßung zu erwarten ist, stehen gravierende Nachteile gegenüber: Die Resorption, Verbiegung oder Schrumpfung von körpereigenem Knorpelgewebe, überschießende Narbenbildung und Brustkorbdeformität (der Entnahmestelle) und die möglichen operativen Komplikationen wie Pneumothorax oder Infektion. Zudem sind bis zum endgültigen Resultat drei bis vier Operationen erforderlich. "Aus diesen Gründen habe ich schon vor 20 Jahren Polyethylen als künstlichen Ersatz für den Knorpel vorgeschlagen", so Berghaus, dessen wissenschaftliche Schwerpunkte auch in der Neu- und Weiterentwicklung von Biomaterialien liegen. Der Kunststoff hat inzwischen auch Ärzte in den USA überzeugt, wo jetzt die Implantate in Zusammenarbeit mit Berghaus hergestellt werden. "Poröses Polyethylen hat eine gute Biokompatibilität und erlaubt durch die Porosität das rasche Einwachsen von umgebendem körpereigenem Gewebe. Zudem erreichen wir eine individuell optimale Formgebung und -stabilität. Ein großer Vorteil ist aber auch, dass in der Regel nur ein OP-Schritt benötigt wird, der stationäre Aufenthalt liegt zwischen 6 und 8 Tagen", führt Berghaus aus. Das chemisch reine Material ist sehr gut verträglich und seit über zehn Jahren zur Rekonstruktion von Ohrmuscheldefekten, Nasenverformungen, Mittelgesichtsrekonstruktionen oder Schädelknochendefekten im klinischen Einsatz.
Bildmaterial kann bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden.
Bei Rückfragen:
Professor Dr. med. Alexander Berghaus Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Klinikum der Universität München - Tel.: 089/7095-2990
» 1 Kommentar
1Kommentar am Dienstag, 17. Januar 2012 20:30
wer`s glaubt wird seelig....ich sag nur es lebe der kommerz...extrem schön sogar
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