Deutsche Herzstiftung: Gefahr eines erneuten Infarkts kann deutlich verringert werden
(Frankfurt am Main, 3. März 2006) Jedes Jahr erleiden in Deutschland
rund 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. Dank der verbesserten
medizinischen Versorgung wird zwar mittlerweile fast jeder zweite
Infarkt überlebt, doch Gerettete dürfen die Gefahr eines erneuten
Herzinfarkts nicht unterschätzen. Was Betroffene beachten müssen,
erfahren sie in einem 16-seitigen Sonderdruck der Deutschen
Herzstiftung. Er informiert ausführlich über das Leben nach einem
Herzinfarkt.
Von besonders großer Bedeutung ist nach einem Herzinfarkt die
korrekte Einnahme bestimmter Medikamente. Grundlage ist die von
Herzspezialisten empfohlene Standardtherapie mit einem Betablocker,
ACE-Hemmer, Statin-Präparat und Acetylsalicylsäure (ASS). Auf diese
Weise lässt sich das infarktgeschädigte Herz wirkungsvoll entlasten,
die Pumpleistung des Herzmuskels verbessert sich und die körperliche
Leistungsfähigkeit der Betroffenen nimmt wieder zu. Außerdem wird die
Verkalkung der Herzkranzgefäße langfristig gebremst, die
Verklumpungsgefahr des Blutes nimmt ab und die Gefahr für einen
erneuten Herzinfarkt verringert sich deutlich: "Mit den heute
verfügbaren Standardmedikamenten lässt sich die Sterblichkeit nach
einem Herzinfarkt innerhalb von zwei bis drei Jahren um rund 20 bis 30
Prozent senken", betont der Herzspezialist Professor Dr. med. Erland
Erdmann vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.
Einen äußerst hohen Stellenwert hat nach einem Herzinfarkt die
konsequente Behandlung der Risikofaktoren. Zum Beispiel sollte der
Blutdruck nach Möglichkeit unter 140:90 mmHg gesenkt werden. Deutlich
strenger als noch vor einigen Jahren sind heute die Empfehlungen zu den
Cholesterinwerten. Während bei Herzinfarkt-Patienten früher ein so
genannter LDL-Cholesterinwert im Blut von unter 100 mg/dl angestrebt
wurde, zeigen neuere wissenschaftliche Studien, dass sich mit
LDL-Werten unter 70 mg/dl das Risiko für einen erneuten Infarkt sogar
noch besser senken lässt. Zu weiteren Risikofaktoren für einen erneuten
Herzinfarkt zählen außerdem: Zuckerkrankheit, Zigarettenrauchen,
Übergewicht und Bewegungsmangel.
Regelmäßig zum Arzt
Grundsätzlich sollten alle wichtigen Risikofaktoren regelmäßig vom Arzt
kontrolliert werden. Denn oft lässt sich ein weiterer Herzinfarkt
verhindern, wenn gesundheitliche Veränderungen frühzeitig erkannt
werden und rechtzeitig geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Besonders wichtig ist: Sobald ein Mensch mit einem früheren Herzinfarkt
Beschwerden verspürt, sollte er umgehend einen Arzt aufsuchen und nicht
fälschlicherweise bis zum nächsten geplanten Sprechstundentermin
warten. Nur so lässt sich ein eventuell unmittelbar bevorstehender
Zweitinfarkt abwenden.
Darüber hinaus sollten Menschen mit einem Herzinfarkt nach Empfehlung
der Deutschen Herzstiftung so viel wie möglich Eigenverantwortung im
Umgang mit der Herzerkrankung übernehmen. Zwar bietet die moderne
Medizin heute wirkungsvolle Therapieverfahren an, doch letztendlich
hängt es von jedem Betroffenen selbst ab, ob er alle verfügbaren
Möglichkeiten nutzt, um einen erneuten Herzinfarkt zu verhindern.
Ausführliche Informationen zum optimalen Verhalten nach einem
Herzinfarkt können Betroffene in dem neuen Sonderdruck der Deutschen
Herzstiftung "Nach dem Herzinfarkt - wie geht es weiter?" nachlesen.
Die Informationsschrift ist gegen Rückporto von 1,45 Euro in
Briefmarken erhältlich bei: Deutsche Herzstiftung, Stichwort: Nach dem
Herzinfarkt, Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt am Main.
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e. V.
Pierre König
Tel. 069/95 51 28-140
Fax: 069/95 51 28-313
E-Mail:
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Weitere Informationen:
http://www.herzstiftung.de
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