Operation rettete Neugeborener das Leben
Mediziner des Universitätsklinikums Bonn haben in einem schwierigen
Eingriff einem Neugeborenen einen gutartigen Tumor in Herznähe
entfernt. Das Geschwür - aufgrund einer Wasseransammlung etwa so groß
wie eine Mandarine- drückte das Herz des Ungeborenen zur Seite. So
drohte das kleine Herz zu versagen. Die Ärzte stabilisierten das
Kinderherz vor und nach der Geburt. In einer komplizierten Operation
entfernten Herzchirurgen dann fünf Tage nach dem Kaiserschnitt den
Tumor. Jetzt ist das Kind putzmunter und gilt als geheilt.
Eine Ultraschalluntersuchung in der 25. Schwangerschaftswoche
zeigte eine auffällige Wasseransammlung direkt am Herzen des
Ungeborenen. Es war ein so genanntes Teratom, eine meist gutartige
Geschwulst mit Gewebsanteilen von Organen, Haut, Haaren oder Zähnen.
Doch nur extrem selten liegt ein solcher Tumor direkt am Herzen. "Das
wasserhaltige Teratom drückte das Herz zur Seite. So bestand für das
Kind eine doppelte Gefahr - Herzversagen und eine Unterentwicklung der
Lunge", sagt Privatdozent Dr. Johannes Breuer, Direktor der
Kinderkardiologie an der Bonner Universitäts-Kinderklinik. Ein Team von
Pränatalmedizinern unter der Leitung von Professor Dr. Ulrich Gembruch
ließ mehrmals Wasser aus der Geschwulst ab. "Von Woche zu Woche hofften mein Mann und ich, dass der Tumor nicht
wächst", sagt die Mutter Sabine M. Neun Wochen nach der Diagnose - ein
unkritischer Zeitpunkt für die Lunge - holten die Ärzte die kleine
Greta auf die Welt, da die Wasseransammlung immer größer wurde. Sofort
versorgten Neonatologen unter Leitung von Professor Dr. Dr. Peter
Bartmann das Baby auf der Frühgeborenintensivstation im
Perinatalzentrum auf dem Venusberg. Fünf Tage nach der Geburt wurde
Greta operiert und die jungen Eltern bangten, ob auch alles gut geht:
"Wir waren hier erstklassig aufgehoben. Alle - Ärzte und Schwestern -
haben sich großartig um Greta gekümmert und waren sehr nett."
Riskante Operation am Herzen
In einer einstündigen Operation entfernte Privatdozent Dr. Christoph
Schmitz, Oberarzt an der Klinik für Herzchirurgie des
Universitätsklinikums Bonn, das Teratom. Die prall mit Wasser gefüllte
Geschwulst - etwa so groß wie eine Mandarine - lag direkt auf dem
Herzen: "Ich konnte das Herz gar nicht sehen, geschweige denn einen
Ansatz, wo ich schneiden konnte", sagt Herzchirurg Schmitz. Doch
nachdem das Operationsteam das Wasser teilweise abgesaugt hatte, war
die Geschwulst kleiner und konnte bewegt werden. Auch seine Lage -
direkt an der Wurzel der Körperschlagader und dicht an der rechten
Herzkranzarterie - forderte von dem Bonner Herzchirurgen äußerstes
Fingerspitzengefühl. "Es bestand ein gewisses Risiko, diese Blutgefäße
zu verletzen - tödlich für unsere kleine Patientin", sagt Schmitz, der
das Teratom vorsichtig mit einem Messer abtrug. Bereits vier Tage nach
dem Eingriff lag Greta ohne Beatmung im Wärmebettchen und durfte auch
bald nach Hause. "Dieser Erfolg ist das Res ultat der engen
Zusammenarbeit von Spezialisten verschiedener Fachrichtungen hier an
unserem Universitätsklinikum", sagt Kinderkardiologe Breuer.
Die Eltern von Greta genießen ihr großes Glück. "Wir haben immer nur
positiv gedacht. Es ist schön, unser Kind jetzt zu Hause zu haben.
Greta ist richtig süß und sehr lieb", sagt die 35-jährige Mutter.
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