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Gentherapie: Wie sicher arbeiten Erbgutfähren | Drucken |  E-Mail
Die Medizinische Hochschule Hannover meldete am 22.8.2005, dass ein neues DFG-Schwerpunktprogramm mit 10 Millionen Euro startet.
Die Gentherapie verzeichnet erste Erfolge: Wissenschaftler setzen veränderte
Viren oder andere Botenstoffe als Fähren ein, um Defekte im Erbgut von
Körperzellen durch gesunde Abschnitte zu ersetzen. Allerdings ist noch
unklar, welche Mechanismen beim Eintritt dieser so genannten Genvektoren in
die erkrankten Zellen wirken. Auch weiß man wenig über das Schicksal der
genetisch veränderten Zellen im Organismus.

Diese Fragen möchten Forscherinnen und Forscher aus 20 deutschen
Einrichtungen klären im Schwerpunktprogramm (SPP) „Mechanismus des
Zelleintritts und der Persistenz von Genvektoren“. Im Mittelpunkt der
Untersuchungen wird das Lymph- und Blutbildungssystem stehen, die Laufzeit
beträgt drei Jahre mit einer möglichen Verlängerung um weitere drei Jahre.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert bundesweit das Programm
mit insgesamt rund 10,5 Millionen Euro. Wissenschaftlicher Koordinator ist
Professor Dr. Christopher Baum, Abteilung Hämatologie, Hämostaseologie und
Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Die Projekte werden
zum 5. September 2005 für eine internationale Begutachtung eingereicht,
individuelle Budgets gibt es wahrscheinlich Ende November 2005.
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„Das Schwerpunktprogramm vereinigt die derzeit wichtigsten in Deutschland
tätigen Gruppen, die international bedeutende Beiträge zum Verhalten von
Genvektoren und genetisch modifizierter Zellen geleistet haben“, sagt
Professor Baum. Beteiligt sind Experten aus der Molekularbiologie,
Virologie, Organbiologie, Bioinformatik und der Klinik. Die Wissenschaftler
erhoffen sich wertvolle Einblicke in die Grundlagenbiologie und Genetik der
betroffenen Zellsysteme und verwendeten Vektoren.

Jüngere klinische Studien haben das therapeutische Potenzial genetischer
Eingriffe in somatische (nicht zur Keimbahn beitragende) Zellen klar
gezeigt. Zugleich wurde deutlich, dass die Konsequenzen solcher Eingriffe
auf der Grundlage des gegenwärtigen Kenntnisstands unzureichend vorhersagbar
sind. „Entsprechend haben Fallberichte über schwere Nebenwirkungen des
Gentransfers nicht nur Forscher spürbar verunsichert. Deshalb möchten wir
die krankmachenden Mechanismen und die ‚Giftigkeit’ genetischer Eingriffe
systematisch erforschen. Wenn wir die Antwort des Organismus auf genetisch
veränderte Zellen verstehen, können wir konkrete neue Ansätze für
verbesserte Behandlungsmethoden bei einigen schweren Erkrankungen erhalten
und zugleich wertvolle Beiträge zur Grundlagenforschung leisten“, sagt
Professor Baum. Dieses Wissen sei auch wichtig für die öffentliche
Diskussion der Gentherapie.
Weitere Informationen gibt gern Professor Dr. Christopher Baum,
MHH-Abteilung Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie der MHH, Telefon:
(0511) 532-6067, E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
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