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Doppel-Schirm schließt Loch im schlagenden Herz | Drucken |  E-Mail
Die Pressestelle der Universität Bonn meldet einen seltenen Eingriff mittels Katheter am Uni-Klinikum Bonn.  Die Das Herz hatte ein Loch - so groß wie ein Kirschkern. Eine Operation mit der Herz-Lungen-Maschine barg jedoch zu große Risiken für die Journalistik-Studentin aus dem Kosovo. So wagten Ärzte am Universitätsklinikum Bonn jetzt einen operativen Eingriff am schlagenden Herzen mit Hilfe eines Katheters. Sie verschlossen das Loch mit zwei zusammenhängenden Schirmchen aus einem mit Kunststoffgewebe überzogenen Metallgeflecht. Bereits nach fünf Tagen konnte die Patientin wohlauf entlassen werden.

Vor vier Jahren brach Fetije P. während eines Aufenthalts in Deutschland plötzlich zusammen [s.a. Pressemitteilung Nr. 229 vom 21. Juni]. "Seit ihrer Geburt hatte die 22-jährige Studentin ein Loch im Herzen und eine Engstelle in der rechten Herzkammer", sagt Privatdozent Dr. Johannes Breuer, Direktor der Kinderkardiologie an der Bonner Universitäts-Kinderklinik. Damals verschlossen deutsche Ärzte das Loch operativ. Doch letztes Jahr traf die junge Frau ein erneuter Schlag: Das Herzbeutelgewebe, das das Loch bis dahin verschlossen hatte, war gerissen. Durch das neue Loch floss nun Blut über die Lunge zurück in die linke Herzkammer, die dadurch mehr als das Doppelte pumpen musste. Auf Dauer kann eine solche Überbelastung von Herz und Lunge zu Lungenhochdruck und Herzversagen führen.

Von einer Operation am offenen Herzen nahmen die Bonner Ärzte jedoch Abstand. Während eines solchen Eingriffs übernimmt die Herz-Lungen-Maschine die Arbeit des ruhiggestellten Herzens. Die Maschine reichert das Blut mit Sauerstoff an und pumpt es durch den Körperkreislauf. Doch birgt der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine auch Risiken. "Bei unserer Patientin existierten aufgrund der ersten Operation bereits Verwachsungen des Herzens mit dem umliegenden Gewebe. Eine Alternative bot der Einsatz eines Doppelschirm-Implantats", erklärt Privatdozent Dr. Christoph Schmitz, Oberarzt an der Klinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Bonn. Die beiden Schirmchen, die wie ein Regenschirm zusammengeklappt sind, werden mittels eines Katheters in der Regel von der Leiste her zum Herzen geschoben. "Doch auch das war bei unserer Patientin nicht möglich. Der Katheter hätte aufgrund eines ungünstigen Gefäßverlaufs unter enormer Spannung gestanden. Das Öffnen der Schirmchen hätte daher die Aortenklappe verletzen können", sagt Breuer.
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Deshalb entschieden sich die Bonner Ärzte für einen operativen Eingriff am schlagenden Herzen mit Hilfe eines Katheters, einen so genannten Hybrid-Eingriff. "Die Schwere des Eigriffes konnte so erheblich reduziert werden, da nur eine kleiner Bereich der Vorderseite der rechten Herzkammer freigelegt werden musste", sagt Schmitz. Das Operationsteam öffnete den Brustkorb und legte nur das rechte Herz frei. Durch die Wand der rechten Herzkammer führten die Ärzte vorsichtig einen Katheter in das linke Herz zum Loch und platzierten das Implantat genau an der defekten Stelle. Danach drückte sie langsam den zusammengefalteten Doppelschirm aus der Katheter-Spitze heraus und öffneten so den ersten Schirm. Nachdem der Katheter etwas zurückgezogen wurde, entfaltete sich der zweite auf der anderen Seite der defekten Stelle. "Der Doppelschirm verschließt nun das Loch wie die Brotscheiben eines Sandwichs. Die Schirmchen wachsen fest ein, und das Loch im Herzen bleibt sicher verschlossen", sagt Kinderherzchirurg Schmitz.

Bereits fünf Tage nach dem Eingriff konnte das Bonner Universitätsklinikum die junge Studentin in sehr gutem Zustand entlassen. Jetzt freut sich Fetije P. auf ihre Heimat, den Kosovo: "Ich hatte nicht erwartet, so schnell wieder fit zu sein. Jetzt wird alles wieder gut. Ganz herzlich möchte ich mich bei den Bonner Ärzten bedanken."

PD Dr. Christoph Schmitz
Leiter des Funktionsbereiches Kinderherzchirurgie
Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-4193
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