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Postpartale psychische Erkrankungen im Widerspruch zum idealen Mutterbild
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Selbst in den USA, wo ein sehr ausgeprägtes Bewusstsein in Bezug auf postpartale Störungen existiert, ist die Aufklärungsarbeit noch lange nicht am Ziel.
Prominentes Beispiel ist die US-Schauspielerin Brooke Shields. Sie litt nach der Geburt ihrer ersten Tochter an postpartalen Depressionen, die sie mit Hilfe von Medikamenten überwand. In ihrem autobiographisches Buch „Ich würde dich so gerne lieben“ spricht sie offen über ihren Kampf gegen die Erkrankung. Dieses öffentliche Geständnis löste heftige Kritik von Schauspielkollegen und Scientologyanhänger Tom Cruise aus, der sich erst Monate später für seine Äußerungen entschuldigte.
Dieser Fall ist symptomatisch für das Dilemma, in dem sich Frauen befinden. Es wird vorausgesetzt, dass jede Mutter ihr Kind liebt. Tut sie das nicht, fragt keiner nach den Gründen. Der Betroffenen wird automatisch der Stempel „Rabenmutter“ aufgedrückt. Zu stark ist das Bild der glücklichen Mutter, die alle Schwierigkeiten mit einem Lächeln meistert, in der Gesellschaft verankert. Und auch die Frauen selber sind in diesem Idealbild gefangen und gestehen sich selten ein, dass sie Unterstützung brauchen. Die nötige Hilfe wird ihnen zuteil, nicht aber uneingeschränktes Verständnis. In Deutschland sind postpartale Depressionen noch immer mit vielen negativen Vorurteilen behaftet. Selbst engste Familienmitglieder der Betroffenen können sich ihnen nicht immer entziehen. In der Folge neigen erkrankte Mütter dazu, ihre Probleme zu vertuschen und keinen ärztlichen Rat zu suchen. Ohne Behandlung kann das im Extremfall zu einer schweren Psychose führen, die zur ernsten Gefahr für Mutter und Kind werden kann.

Wann spricht man von Baby-Blues? Wofür steht PPD?

Obwohl postpartale Depression und Baby-Blues gerne in einem Atemzug genannt werden, handelt es sich in Wirklichkeit um unterschiedliche Krankheitsbilder. Jede Frau kann, unabhängig ihres ethnischen oder kulturellen Hintergrunds, an einer postpartalen Störung erkranken.
Generell wird zwischen drei Kategorien unterschieden, die fließend ineinander übergehen:

Postpartales Stimmungstief

Baby-Blues oder auch „Heultage“ genannt, beschreiben ein Stimmungstief, das in der ersten Woche nach der Geburt bei ca. 80% der Mütter auftritt und ungefähr 14 Tage andauert. Ein postpartales Stimmungstief ist keine krankhafte Depression.

Symptome
- Stimmungsschwankungen
- Weinen
- Müdigkeit
- Nervosität und Reizbarkeit
- Konzentrationsschwäche
- Unsicherheit, Ängstlichkeit


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