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Kaiserschnitt auf Wunsch | Drucken |  E-Mail
 Zwischen Lifestyle-Trend und Selbstbestimmungsrecht der Frauen. Von Kristina Rickmers. Die Sectio Caesarea, besser bekannt als Kaiserschnitt, wird in der Geburtshilfe angewandt, wenn eine Geburt auf natürlichem Wege nicht möglich ist. Die Ursachen dafür können eine ungünstige Lage des Kindes sein, eine Risikoschwangerschaft (z.B. wenn Mehrlinge erwartet werden) oder akute Gefahr für Mutter und Kind. In den Industrienationen des 21. Jahrhunderts ist der Kaiserschnitt mittlerweile ein etabliertes und sicheres Operationsverfahren, und dank der Alternative der Periduralanästhesie zur Vollnarkose, relativ schonend für Mutter und Kind. War der Kaiserschnitt früher ausschliesslich dafür gedacht, eine schwierige Geburt mit möglichst geringem Risiko für Mutter und Kind zu beenden. so treten jetzt vermehrt praktische Gründe für seinen Einsatz in den Vordergrund: Planbarkeit, Einschätzbarkeit und Minimierung von Komplikationen, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Auch die werdenden Mütter fordern ein größeres Mitspracherecht in der Schwangerschaft . Mehr und mehr Frauen sehen für sich den Kaiserschnitt als die ideale Geburtsform an – aus vielerlei Gründen. Das reicht von der bereits angesprochenen Planbarkeit über Angst vor den Schmerzen und dem Zweifel, einer Geburt körperlich nicht gewachsen zu sein, bis hin zu Gedanken über mögliche Spätfolgen wie Inkontinenz und Probleme mit dem Sexualleben.

Meldungen, wie die über Victoria Beckham, die die Geburt ihres zweiten Sohnes angeblich nach dem Terminkalender ihres Mannes legen ließ, heizen die Diskussion zusätzlich an: Die Frage wird gestellt, was schwerer wiegt: Das Recht der Frau auf Selbstbestimmung oder das Recht des Kindes auf eine natürliche Geburt? Eine schwierige Frage, die sich nicht pauschal beantworten lässt. Und obwohl der Kaiserschnitt auf Wunsch bei werdenden Müttern in Deutschland offiziell kein großes Thema ist, steigt die Rate der operativen Entbindungen stetig: zwischen 1991 und 2000 erfolgte eine Steigerung um fast 27% - das ist somit jedes fünfte Baby. Es gibt in der Bundesrepublik allerdings ein starkes Ost-West Gefälle: So steht z.B. Mecklenburg-Vorpommern mit 14%, das Saarland mit 24% entgegen.

Doch wo liegen nun tatsächlich die Vor- und Nachteile?


Die Planbarkeit
Pro: Die Operation kann geplant werden. Die Schwangere muss nicht befürchten, von den Ereignissen „überrollt“ zu werden.
Contra: Der Planbarkeit steht gegenüber, dass bei einer natürlichen Geburt die Wehen erst dann einsetzen, wenn das Kind völlig ausgereift ist.

Das Risiko
Pro: Es ist sicherer und stressärmer für das Kind. Bei einer natürlichen Geburt könnte es beim Durchtritt durch den Geburtskanal einen Sauerstoffmangel erleiden oder die Nabelschnur könnte sich um seinen Hals wickeln.
Contra: Eine Operation, egal welcher Art, ist nie ohne Risiko. Für das Kind können die Anpassungsschwierigkeiten nach der Geburt viel größer sein, als die, die man ihm meinte erspart zu haben. Auch eine natürliche Geburt steht unter ständiger Überwachung, damit man im Notfall schnell eingreifen kann.

Die Schmerzen
Pro: Die Schmerzen halten sich in einem geringen Rahmen. Die Schwangere muss nicht befürchten, eventuell stundenlang in den Wehen liegen zu müssen.
Contra: Auch der Kaiserschnitt ist nicht schmerzfrei. Viele Frauen vergessen, dass es sich um eine „richtige“ Operation handelt, bei der eine Wunde zurückbleibt, die längere Zeit Schmerzen und gerade in der ersten Zeit Probleme verursachen kann. Heutzutage muss auch bei einer natürlichen Geburt keine Frau mehr unnötig leiden.

Der Beckenboden
Pro: Der Beckenboden wird nicht geschädigt. Spätfolgen wie Inkontinenz oder Beeinträchtigung des Sexuallebens werden verhindert.
Contra: Der Beckenboden einer Frau ist von Natur aus bestens geeignet, die Belastungen von Schwangerschaft und Geburt auszuhalten. Man kann ihn aber zusätzlich trainieren und kräftigen. Allerdings begehen viele Frauen den Fehler, bereits im Wochenbett mit dem Bauchmuskeltraining zu beginnen. Sie übersehen dabei, dass ihre Beckenbodenmuskulatur noch zu weich ist. Dadurch kann sie dem Druck durch die Bauchmuskeln nicht standhalten und senkt sich zusammen mit der vorderen Scheidenwand nach unten. Das ist die beste Voraussetzung für eine Inkontinenz – auch bei einem Kaiserschnitt.


Auswirkungen auf das Kind


Bei vielen Frauen ist die Sorge um das Wohl des Kindes der entscheidende Impuls für den Wunsch nach einen Kaiserschnitt. Gerade Erstgebärende lassen sich leicht durch Berichte und Erzählungen Dritter oder der Medien verunsichern.

So zum Beispiel Atemschwierigkeiten. Sie sind bei vielen werdenden Müttern ja gerade der Grund, weshalb ein Kaiserschnitt vorgezogen wird. Trotzdem treten sie viel häufiger auf als bei einem natürlichen Geburtsverlauf. Die Ursache dafür liegt auf der Hand: bei einer vaginalen Geburt wird dem Kind auf dem Weg durch den Geburtskanal das Fruchtwasser aus der Lunge gepresst, sodass diese sich wenn das Baby auf der Welt ist, optimal entfalten kann. Bei einer Schnittentbindung muss sich das Organ schlagartig umstellen. Das bedeutet eine enorme Anstrengung für den kleinen Organismus, der dem nicht immer gewachsen ist.
Und es gibt noch einen weiteren Punkt: Nach der Geburt bekommt die Mutter ihr Kind zwar gleich gezeigt, da sie aber noch auf dem OP-Tisch liegt (da die Operationswunde noch genäht werden muss), kann sie sich kaum bewegen, geschweige denn aufsetzen und den Säugling im Arm halten. Selbst Tage danach ist sie durch die Wundschmerzen zusätzlich in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Das erschwert das sogenannte „Bonding“ und kann zu einer postnatalen Depression führen.

Der Kaiserschnitt ist keinesfalls die weniger gefährliche oder beschwerliche Methode, ein Kind auf die Welt zu bringen. Jede Frau, die sich mit dem Gedanken an einen Kaiserschnitt befasst, sollte sich darüber im Klaren sein.

Kristina Rickmers
(artur)

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» 1 Kommentar
1"Ayurveda"
am Freitag, 19. August 2011 07:17von Johnie Hoster
Servus, ich habe mich in letzter Zeit wesentlich mit der Praktik von Ayurveda auseinandergesetzt. Ich finde das Thema sehr spannend. Ich habe Interesse an einem gedanklichen sowie informellen Austausch über Ayurveda. Meine bisherigen Quellen waren bei www.ayurveda-lounge-hamburg.de/profil.ht ml, aber ich suche noch mehr. Ich hoffe auf einen guten Rat
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