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Epilepsie in Erlangen | Drucken |  E-Mail
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Epilepsie in Erlangen
Epilepsie Forschung in Erlangen
Epilepsie zur Zeit nicht vollständig heilbar
Caesar
Berühmtester Epileptiker: Cäsar
"Veni, vedi, vici", ich kam, sah und siegte, so lautet der berühmte Ausspruch des bekanntesten Epileptikers der Geschichte. Kein Geringerer als der große römische Feldherr und Imperator Gaius Julius Cäsar soll Epileptiker gewesen sein. Dass der namensgebende erste Cäsar des Imperium Romanum an "der Fallsucht" litt, berichtete bereits der römische Geschichtsschreiber Sueton (70-140 n. Chr.) rund 150 Jahre nach der Ermordung Cäsars durch seine Gegner: Cäsar sei von einem "Defectio epileptica" (epileptischer Anfall) ergriffen worden. Appianus (2. Jh. n. Chr.) schilderte Cäsars "Epilepsie und plötzliche Konvulsionen" und Plutarch berichtete, dass Cäsar mitten in der Schlacht von Thapsus (römischer Bürgerkrieg 49 v. Chr. gegen Pompeius) einen epileptischen Anfall erlitt (s. auch www.epilepsiemuseum.de). Die antiken Quellen beschrieben schon recht genau die Symptome einer neurologischen Erkrankung, unter der allein in Deutschland schätzungsweise 400.000-800.000 Menschen in mehr oder weniger stark ausgeprägter Form leiden.


Gestörte neuronale Schaltkreise

Bei Epilepsien sind die neuronalen Schaltkreise des Gehirns pathologisch verändert. Dies führt zu unkontrollierten Signalen des Gehirns an die Motorik des Körpers. Die Epileptologie - eine Spezialrichtung der Neurologie - unterscheidet dabei zwischen fokalen Anfällen (von "Focus" = auf ein begrenztes Gehirnareal beschränkt) und generalisierten Anfällen, bei denen weite Bereiche des Gehirns erfaßt und ganze neuronale Netzwerke komplett während des Anfalls betroffen sind.

Während es beim fokalen Anfall äußerlich nur wenig sichtbare Anzeichen eines epileptischen Anfalls gibt, treten bei den generalisierten Anfällen neben motorischen Störungen (Verkrampfungen und unkoordinierte Zuckungen) auch autonome Störungen (z.B. schneller Herzschlag, Pulsänderungen, Urinabgang, Speichelfluß) und psychische Störungen (z.B. Bewußtseinsstörungen, Panikattacken) auf.

Entwickelt sich ein zu Beginn fokaler Anfall sekundär in einen generalisierten Anfall, tritt ein tonisch-klonischer Zustand ein, ein Dauetonus ganzer Muskelgruppen des Körpers, mit den dann äußerlich so spektakulären Symptomen, die der medizinische Laie i.d.R. mit einem epileptischen Anfall in Verbindung bringt.

Epilepsiechirurgie
Epilepsiechirurgie in Erlangen.

Der Ort der Entstehung von Epilepsie ist bei fokalen Anfällen zumeist in den vorderen Schläfenlappen oder im Frontalhirn zu finden. Von dort aus kann sich ein fokaler Anfall aber auch zu einem generalisierten Anfall ausweiten. Primär generalisierte Anfälle treten hingegen durch diffuse Störungen des Cortex oder des Stammhirns auf (corticoretikuläres System). Epilepsien sind erworbene (durch Infektionen, Schlaganfälle, Tumore oder frühkindliche und embryonale Entwicklungsstörungen) oder genetisch veranlagte Störungen, die durch eine Inbalance des Neurotransmittersystems entstehen können. Durch Verletzungen oder Vernarbungen können u.a. Schädigungen der GABAergen (hemmenden) oder Glutamatergen (erregenden) Schaltkreise hervorgerufen werden.

In seltenen Fällen sind genetische Ursachen für bestimmte epileptische Symptome verantwortlich (EEG-Änderungen oder Ionenkanalveränderungen).
In der modernen Therapie kommen sogenannte Anticonvulsiva zum Einsatz, die in die neuronalen Schaltkreise eingreifen sollen und z.B. eine hemmende Wirkung auf bestimmte Ionenkanäle haben.


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