Homo sapiens Die Geburt des neuen Menschen
Vor rund 150.000-200.000 Jahren ging im östlichen Afrika, so eine kontrovers diskutierte These (Out-of-Africa-Hypthese), aus frühen Menschenformen die Art Homo sapiens sapiens hervor Am 16.Juni und 17. Juni 2005 strahlt 3sat jeweils um 20.15 Uhr dazu eine zweiteilige Dokumentation aus:
Homo Sapiens, Zweiteiliger Film von Jacques Malaterre, 1. Die Geburt des neuen Menschen (Videotext-Untertitel); Sendetermin: 3sat, 20.15-21.00 Uhr, 16.6.05

Teil 1:
Vor rund 200.000 Jahren wurde in Afrika der erste Homo sapiens geboren. Er hatte weniger Körperbehaarung und mehr Gehirnmasse als sein direkter Vorfahr, der Homo erectus. Trotzdem musste er sich mit den gleichen Problemen herumschlagen: Nahrung war nicht immer in ausreichender Menge vorhanden, und die Körperpflege gestaltete sich schwierig. Seine Antwort auf die Herausforderungen der Natur war stets eine technologische: Dem Mangel an leicht jagdbarem Wild begegnete er mit immer ausgefeilteren Jagdmethoden. Neben Speer und Schlinge erfand er vermutlich auch die Fallgrube. Gegen Blut saugende Insekten schützte er sich durch Unterstände aus Zweigen und erste Kleidungsstücke. Sein Erfindungsreichtum machte den Homo sapiens zum Erfolgsmodell der großen Menschenfamilie. Der moderne Mensch verließ Afrika schließlich, zog zunächst nach Asien und Europa und breitete sich dann auf dem gesamten Erdball aus. Die Entdeckung der Schifffahrt ermöglichte es ihm sogar, das von den anderen Landmassen abgetrennte Australien zu besiedeln. Überall in der Welt fand er ebenfalls Nachfahren des Homo erectus. Wie solche Zusammentreffen abliefen, darüber lässt sich nur spekulieren. Kämpferische Auseinandersetzungen sind bislang nicht nachweisbar.
Im ersten Teil von „Homo Sapiens“ erzählt der französische Regisseur Jacques Malaterre in stimmungsvollen Bildern die aufregende Geschichte des Menschen. Im Gegensatz zu vielen Dokumentationen der Vergangenheit zeigt die deutsch-französisch-kanadische Koproduktion weniger die rein biologische Evolution des Menschen als vielmehr die Entwicklung seiner komplexen Gedanken- und Gefühlswelt.

Teil 2: Die Eroberung der Welt (17. Juni 2005, um 20.15 Uhr auf 3sat)
(Videotext-Untertitel)
Zu ihrer Beute gehören Wildpferde, Riesenhirsche, Rentiere und Saigaantilopen. Ein Mammut konnten sie bislang noch nicht erlegen. Plötzlich tauchen seltsam aussehende Fremde auf und beteiligen sich an der Jagd. Sie bedrängen das Tier mit Feuer und treiben es in die Enge. Gemeinsam überwältigen die beiden Gruppen schließlich ein Jungtier. Die erfolgreiche Jagd wird zum Beginn einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen dem Homo sapiens und seinem entfernten Verwandten, dem Neandertaler. Was die Neandertaler tatsächlich angesichts der ersten modernen Menschen in Europa gedacht oder empfunden haben, kann man heute nur erahnen. Sicher ist nur, dass sich Homo sapiens auf der ganzen Welt ausbreitete und alle anderen Menschentypen verdrängte. Obwohl der Neandertaler über ein größeres Gehirn verfügte und körperlich weit überlegen war, starb er schließlich vor 25.000 Jahren aus, während Homo sapiens überlebte und bis heute den gesamten Erdball besiedelt.
Der französische Regisseur Jacques Malaterre zeigt, wie der „weise Mensch“ den Ackerbau erfindet, den ersten Wolf zähmt und ein Bewusstsein für seine Vergangenheit erlangt, indem er zum Geschichtenerzähler wird. Die wissenschaftliche Basis für diese Koproduktion schufen international bekannte Forscher wie Yves Coppens und Fabrice Demeter vom Collège de France in Paris sowie Michael Bisson von der McGill Universität in Montreal.
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