Holz-Bestimmung wesentlich vereinfacht
Der Holz-Detektiv

Innovation in der Erkennung von Holzarten: ein intelligentes System kann schnell und auch für Laien zuverlässig Hölzer bestimmen

Prof. Dr. Marzuki Khalid vom Centre for Artificial Intelligence and Robotics (CAIRO) an der Technologischen Universität Malaysia in Kuala Lumpur freut sich. Viele Firmen, darunter auch eine deutsche, hätten sich heute, am ersten Tag der 32. Internationalen Erfindermesse, die vom 31. März bis 4. April 2004 in Genf stattfand, schon für seine Erfindung „Kenal Kayu“ interessiert.
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Seine von der Universität und der malayischen Regierung finanzierte Innovation besteht in einem intelligenten, tragbaren, leicht zu bedienenden Gerät, das Holz erkennen kann: „wood-recognition“. Zwei Jahre hat er gebraucht um es zu entwicklen. Kleine Holzstückchen werden unter ein herkömmliches Mikroskop gelegt. Dies macht die auch in der traditionellen Holzbestimmung zentrale makroskopische Holzanatomie sichtbar. Khalid jedoch hat sein Mikroskop mit einer speziellen Lichtquelle sowie einer Digitalkamera versehen  und mit dem von ihm entwickelten Computerprogramm verbunden. Die Lichtquelle sogt für besonder kontrastreiche Photos, die die Kamera von der Schnittfläche der Holzwürfelchen macht. Khalids Programm sucht anhand des Photos in seiner Datenbank nach Mustern und zeigt als Ergebnis, ob das Holz anhand von Poren... erkannt wurde.

Zwei verschiedene Holzstückchen führt er vor, auf dem Computerbildschirm erscheinen erstaunlich unterschiedliche Strukturmuster. Khalids neues Programm zeigt in einem speziellen Fenster an, um welches Holz es sich handelt, unter Angabe von Gattung, Art und Handelsbezeichnung.

Grundlage sind leistungsfähige Bildverarbeitungstechniken, Extraktionsverfahren für die Charakteristika von Texturen und künstliche neuraonle Netzwerke. Letztere machen das Programm lernfähig, ähnlich der Schrifterkennung, so dass neue Klassifikationen gebildet und Variationen schneller erkannt werden können. Innerhalb des Zentrums, an dem Khalid arbeitet, wurde eine Beta-Version VSDP (Vision System Development Platform) entworfen, auf dem Khalids Spezialerfindung basiert.

Holzim- und exporteure, Möbelfabrikanten, biotechnologische Firmen und andere Unternehmen, die mit Holz und Pflanzen arbeiten und eine Qualitätskontrolle der gehandelten Hölzer durchführen wollen, können sich in Zukunft langwierige Laboruntersuchungen durch Experten ersparen. Diese Zeitersparnis nützt besonders auch dem Zoll.

Khalid erzählt von den über 15000 Pflanzenarten, darunter mehr als 1000 verschiedene Hölzer, die im tropischen Malaysia vorkommen. Durch extensive Abholzung zur Gewinnung eines wichtigen nationalen Exportartikels, nämlich wertvolles Tropenholz, wurden einige Arten so sehr dezimiert, dass die Regierung ein Exportverbot verhängte. Illegaler Baumeinschlag und der Versuch solche Hölzer zu schmuggeln, sind seither an der Tagesordnung. Mit „Kenal Kayu“ ist solches Holz nicht mehr nur für Spezialisten schnell erkennbar, der Zöllner muss kein Experte für Edelhölzer sein.  Khalids Programm erkennt bereits etwa 200 Holzarten.
Indirekt stellt diese Innovation also auch einen Beitrag zum Schutz von Wald und Artendar.


Jutta Lindekugel
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