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Universität Göttingen droht radikale Streichungorgie. Mehrere Fachbereiche sollen weg | Drucken |  E-Mail
Göttingen droht ein turbulenter Herbst mit zahlreichen Protestveranstaltungen seitens der Studierenden. Auf einer Sitzung des Fakultätsrats wurden die Schliessungspläne für die fachwissenschaftlichen Bereiche Pädagogik, Sport- und Politikwissenschaften von dem neuen Universitätspräsidenten Kurt v. Figura bekannt gegeben. Heftigen Protest und teils persönliche Beleidigungen musste der Mediziner und Biochemiker v. Figura dafür hinnehmen.


Wie der Göttinger "Blick"  - eine lokale Göttinger Wochenzeitung - in seiner Ausgabe vom 16. November 2005 berichtete, schlugen die Wellen hoch im Hörsaal 010 des Zentralen Hörsalgebäudes der Traditionsuniversität Göttingen, in der die Politik- und Sozialwissenschaften eine über 200-jährige Tradtion haben.

Rund 2500 Studenten wären davon betroffen, wenn die Pläne der Zusammenlegung der Studiengänge mit den in Hannover Realität würden. Gleichzeitig käme aber im Gegenzug die Soziologe und Ethnologie von Hannover nach Göttingen. So wurde es vom Uni-Präsidium in Absprache und wohl auch nach Vorgabe aus der Landeshauptstadt Hannover beschlossen

Wer den Macher und gradliningen Entscheider, Träger der Warburg-Medaille und herausragenden (Natur)Wissenschaftler  v. Figura kennt, wird wissen, dass er diese Pläne gegen alle Widerstände durchsetzen wird.

Zugleich bestätigt sich damit eine Tendenz in Göttingen, die versucht aus der Universitätsstadt Göttingen eine naturwissenschaftlich-medizinische Universität zu machen, mit einem Präsidenten, der aus einem gleichen Hintergrund kommt. Wenig Verständnis für die anderen Disziplinen zeigt sich darin jedoch.

Gleichwohl wird mit dieser Entscheidung der Landesregierung aus Hannover  - in deren Schubladen noch viel weiterreichende Streichungspläne liegen - der maroden Finanzlage des Landes Niedersachsen Rechnung getragen, welches es sich schlicht nicht mehr leisten kann, in einem Flächenland wie Niedersachsen das bisherige Niveau - trotz aller üblichen Sonntagsreden über die angebliche Bedeutung von Bildung für unser Land - vier grosser Universitäten (Hannover, Göttingen, Osnabrück, Braunschweig) zu halten.

Die altehrwürdige Georgia Augusta in Göttingen wird durch die vorliegende Pläne danach aber nicht mehr die gleiche sein und der Universitätsstandort Göttingen wird wohl mit fallenden Studentenzahlen an Bedeutung verlieren.

Bildung in Zeiten der Vogelgrippe und leerer Kassen.

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