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Rassistischer Überfall auf Leibniz-Forscher schadet auch dem Wissenschaftsstandort Deutschland | Drucken |  E-Mail
Die Leibniz-Gemeinschaft ist erschüttert über den Angriff auf einen ihrer Wissenschaftler in Potsdam. Leibniz-Präsident Rietschel befürchtet als Reaktion ausbleibende Bereitschaft ausländischer Wissenschaftler, in Deutschland zu arbeiten. Leibniz-Past-Präsident Hans-Olaf Henkel setzt 5000 Euro auf Hinweise zur Ergreifung der Täter aus.

Berlin – Mit großer Bestürzung haben Präsidium sowie Personal- und Betriebsräte der Leibniz-Gemeinschaft auf den rassistischen Überfall auf einen 37-jährigen Deutsch-Afrikaner in Potsdam reagiert. Der Mann arbeitet als Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim.

Leibniz-Präsident Ernst Theodor Rietschel zeigt sich erschüttert über den Anschlag vom frühen Sonntagmorgen: „Der Angriff auf unseren Wissenschaftler ist eine zutiefst verdammenswürdige Tat. Unser Mitgefühl und unsere Genesungswünsche gelten dem Opfer und seiner Familie.“ Rietschel befürchtet auch mögliche Auswirkungen auf den Wissenschaftsstandort Deutschland: „Offensichtlich fremdenfeindliche Anschläge wie dieser schaden auch der deutschen Wissenschaft in ihren Versuchen ausländische Wissenschaftler nach Deutschland zu holen. Wer wegen seiner ethnischen Herkunft Angst um Leben und Gesundheit hat, den können auch die besten Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Arbeit nicht dazu bewegen, nach Deutschland zu kommen“, so Rietschel.

Auch Rietschels Vorgänger und heutiger Past-Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Hans-Olaf Henkel ist entsetzt über die Tat und möchte an der Aufklärung des Verbrechens mitwirken. Deshalb stockt er aus seinem Privatvermögen die bereits ausgesetzten Belohnungen auf Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, um weitere 5000 Euro auf.

Auch die Personal- und Betriebsräte der 84 Leibniz-Einrichtungen sind entsetzt über den Angriff auf ihren Kollegen: „Der Mordversuch an unserem Kollegen beweist einmal mehr die menschenverachtende Brutalität und bodenlose Dummheit der Täter“, erklärt die Koordinierungsgruppe der Personal- und Betriebsräte der Leibniz-Gemeinschaft. „Sie behandeln Menschen anderer Hautfarbe als Objekte ihres Rassenwahns und stellen sich damit selbst außerhalb der Gesellschaft. Die kulturelle und menschliche Bereicherung einer Zusammenarbeit mit Menschen aus allen Teilen der Welt ist ihnen fremd; für uns Beschäftigte international kooperierender Einrichtungen ist sie jedoch eine alltägliche Erfahrung. Unser Mitgefühl gilt den Opfern rassistischer Gewalttaten und deren Familien. Wir hoffen inständig, dass unser Kollege bald wieder bei seiner Familie sein und mit uns leben und arbeiten kann.“

Der aus Äthiopien stammende Ingenieur lebt seit fast 20 Jahren in Deutschland und besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Seit 2001 arbeitet er als Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim in der Abteilung „Technik im Gartenbau“. Hier befindet er sich in der Abschlussphase seiner Doktorarbeit mit dem Thema „Ausbreitung von Wassertropfen bei Niederdruckspritzdüsen“. Seine Arbeit widmet sich der Frage, wie sich Gemüse und andere verschmutzte Oberflächen mit möglichst wenig Wasser und Energie schnell und schonend reinigen lassen. Nach seiner Promotion plant der Wissenschaftler, sein Wissen der Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen, insbesondere der Hilfe für Äthiopien - eines der ärmsten Länder der Welt.

Den offenen Brief des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim zum Anschlag finden Sie im Internet unter:

www.leibniz-gemeinschaft.de/extern/aktuelles/index_1.html

Kontakt:        Leibniz-Gemeinschaft

                        - Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit -

                        Christoph Herbort-von Loeper M.A.

                        Friedrichstraße 81      10117 Berlin

                        Tel. 030 / 20 60 49 48  Fax 030 / 20 60 49 55

                        Mobil: 0174 / 310 81 74

                        E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 84 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten interdisziplinär und verbinden Grundlagenforschung mit Anwendungsnähe. Sie pflegen intensive Kooperationen mit Hochschulen, Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Das externe Begutachtungsverfahren der Leibniz-Gemeinschaft setzt Maßstäbe. Jedes Leibniz-Institut hat eine Aufgabe von gesamtstaatlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und haben einen Gesamtetat von über 1 Milliarde Euro.

www.leibniz-gemeinschaft.de
» 1 Kommentar
1"Die guten sind weg, nur der Bodensatz is"
am Montag, 7. Mai 2007 23:04von Forscher
Das Problem des ganzen Ostens ist der brain drain in den Westen. Alle flexiblen, intelligenten und qualifizierten Leute haben "rübergemacht" . Was noch da ist, ist entweder arbeitslos, zu dumm oder beides, mal polemisch gesagt. 
Ihr dämliche rechten Hohlbirnen schnall einfach nicht, dass ohne Forschung und Wissenschaft bei euch bald nichts mehr läuft! 
Alle in einen grossen Sack, mit einem Knüppel draufhauen....trifft immer den Richtigen
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