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| Die westdeutsche Nachkriegsdemokratie | | Drucken | |
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06.06.Universität zu Köln: Die in den vergangenen Jahrzehnten realisierte Demokratie in Deutschland hat eine friedfertige und demokratisch denkende Gesellschaft geschaffen. Allerdings war dieser Demokratisierungsprozess seit dem Zweiten Weltkrieg sehr langwierig. Dieser Thematik zur kulturhistorischen Genealogie der westdeutschen Nachkriegsdemokratie widmet sich eine neue Untersuchung von Dr. Daniel Fulda. Die derzeit haussierenden Familiengeschichten der Kriegs- und Nachkriegszeit machen deutlich, dass erst in den letzten Jahren der relative Friede zwischen der 'Tätergeneration' und ihren Kindern eingetreten ist, der es letzteren erlaubt, sich mit dem Bemühen um Verstehen zu den Eltern zurückzuwenden. Es zeigt sich, dass die Ausbildung einer friedfertigen Gesellschaft in der Bundesrepublik ein langwieriger Prozess war, der unmittelbar nach Kriegsende einsetzte. Die deutsche Nachkriegsgeschichte verweist zudem darauf, dass ein demokratisches Gemeinwesen immer wieder neu vor der Herausforderung steht, eine Kultur der Friedfertigkeit zu entwickeln. Die kulturhistorische Genealogie der westdeutschen Nachkriegsdemokratie ist das Ziel einer Untersuchung, die von Dr. Daniel Fulda vom Institut für Deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln und Dr. Till van Rahden vom Historischen Seminar der Universität zu Köln in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der City University of New York und Ruhr-Universität Bochum durchgeführt wird. Das Projekt wurde von der nordrhein-westfälischen Landesregierung im Rahmen des Exzellenzwettbewerbs "Geisteswissenschaften gestalten Zukunftsperspektiven" kürzlich ausgewählt. Die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert bewegt sich zwischen den beiden Extremen von Absturz in Krieg und Völkermord auf der einen, Rückkehr zu Frieden und Demokratie auf der anderen Seite. Dabei hat die Forschung seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor allem die Frage verfolgt, wie die Deutschen den Nationalsozialismus ins Werk setzten. Dagegen wissen wir - wie in den letzten Jahren immer deutlicher geworden ist - nur wenig darüber, wie es ihnen gelang, aus dieser Gewaltgeschichte wieder herauszukommen. Gerade wenn man die deutsche Geschichte nach 1945 als eine Epoche nach dem "Zivilisationsbruch" begreift, stellt sich die Frage danach, wie sich im Schatten der Gewalt eine demokratische Gesellschaft herausbilden konnte. {mosaddphp:google-fona.php}Das Projekt verfolgt die Ausbildung von Verhaltens- und Diskursmustern einer friedfertigen Gesellschaft am Beispiel der bundesdeutschen Suche nach Demokratie im Schatten der Teilhabe an Vernichtungskrieg und Völkermord. Einzelthemen, die als Stationen dieses Prozesses behandelt werden, sind die in der Begegnung zwischen Besatzern und Besiegten herausgebildeten privaten Lebensformen, die Verschiebung von Familienleitbildern vom 'patriarchalischen' zum 'partnerschaftlichen' Vater, die Bedeutung von Sexualdebatten als Teil der Vergangenheitspolitik sowie die von den Kindern der Kriegsgeneration unternommene memoriale Reflexion auf ihren Lebensweg durch alle diese Veränderungen hindurch. Historisch schlägt das Projekt einen Bogen von der ersten Nachkriegszeit bis zur Gegenwart mit ihrer Welle von autobiographischen Erinnerungen. Methodisch richtet es einen zweifachen Blick auf die Quellen, der sie sowohl als zeithistorische Zeugnisse wie auch als geschichtspolitische Äußerungen wahrnimmt, die in ihrer narrativen Struktur analysiert werden müssen. Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Till van Rahden unter der Telefonnummer 0221/470-5247, der Faxnummer 0221/470-6723 und der Emailadresse
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zur Verfügung. Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web unter http://www.uni-koeln.de/pi/. {mosaddphp:buecher-content.php,Demokratie und Deutschland}
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