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| Ausstellung russischen Straflagern in Vergangenheit und Gegenwart | | Drucken | |
Seite 3 von 3 Budapest: Terror Hàza - House of TerrorAuf einem der Prachtboulevards von Budapest, auf der Andràssy ut, findet sich der ehemalige Sitz des ungarischen kommunistischen Geheimdienstes. Auf drei Ebenen wird heute an die Opfer erinnert und der Terror der Diktatur aufgearbeitet. {mosaddphp:google-julia.php} Der Besucher betritt im zweiten Stock zuerst die Dokumentation vom Ende der ungarischen Selbständigkeit mit der Besatzung durch die Nationalsozialisten im zweiten Weltkrieg und der anschliessenden Metamorphose zu einem Satellitenstaat der Sowjetunion. Dabei wird viel originales Filmmaterial eingesetzt, das in kurzen Sequenzen über die Bildschirme flackert. Originale oder originalgetreue Gegenstände tragen viel zur gelungenen Umsetzung der damaligen Atmosphäre bei. Auf der ersten Etage sind die Zimmer nach gesellschaftlichen Bereichen eingerichtet: So steht in dem Raum, welcher den Massenverhaftungen gewidmet ist, ein ‚schwarzer Rabe‘, einer jener Wagen, mit denen zu verhaftende Personen abgeholt wurden. Symbolträchtig bleibt die Karosse hinter einem Vorhang verborgen und wird erst im automatisch ausgeschalteten Licht sichtbar - ein Hinweis auf die Atmosphäre der nächtlichen Verhaftungen. Der Besucher kann sich auf einer Bank im nachgebauten Gerichtssaal niederlassen, während er Aktenordner anschaut und dem Kapitel über die Justizgeschichte lauscht. Auf einem weiteren Bildschirm, der auf der Kanzel steht, werden Schauprozesse lebendig. Das Büro eines Parteiangehörigen, heißt es, sei mit Originalmöbeln ausgestattet. Zum Thema Kirche finden sich Räume, die Symbole der verschiedenen verfolgten Religionen beherbergen, dramatisch um ein ins aufgerissene Parkett eingelassenes Kreuz gruppiert. Das Propagandazimmer im fünfziger- Jahre- Interieur ist mit kommunistischen Plakaten bunt tapeziert, und die Wände eines Korridors sind gepflastert mit internationalen Postkarten aus allen Ländern, in denen Exilungarn lebten. Die Gefängniszellen im Keller blieben erhalten und wurden vom Museum zu Verhörzimmern, Karzern, Zellen zur Isolationshaft, Haft- oder Todeszellen umgestaltet. Hier wird der Terror deutlich spürbar. Der Niederschlagung des Volksaufstands von 1956 schließlich ist ein eigener Raum gewidmet. Mehrfach wird auf die angebliche Absicht der Sowjetunion hingewiesen, einen dritten Weltkrieg gegen die USA einzuleiten. Dies sei der Grund für die Forcierung von Schwer- und Rüstungsindustrie in der gesamten sowjetischen Einflusssphäre gewesen. Abgesehen von dieser ausserhalb Ungarns unbekannten These vom Streben nach einem Krieg mit Amerika kann das Museum ob seiner neutralen, ausgeglichenen Darstellungsweise nur empfohlen werden. Neben der besonderen Anschaulichkeit und ansprechenden Gestaltung zeugt die Ausstellung auch von einem objektiven historischen Verständnis, und die ungarische Kollaboration an Faschismus oder Stalinismus wird nicht ausgeklammert. Darin unterscheidet sich dieser Ort der Erinnerung von den anderen bislang eingerichteten, osteuropäischen Museen, die sich deutlich zurückhaltender an die Aufarbeitung nationaler Geschichte wagen. „Goulag – le peuple des zeks“ 12.03.2004 - 02.01.2005 im Annexe de Conches du Musée d’ethnographie Genève, Chemin Calandrini 7, Genève/Genf, Tel: +41 - (0)22 – 346 01 25 www.ville-ge.ch/eth Öffnungszeiten: Di.-Fr. 13-17 Uhr, Sa./So. 10-17 Uhr, Mo. geschlossen Buslinie 8 ab Bahnhof in Richtung Veyrier, Aussteigen bei Station Calandrini Ausstellungskatalog beim Museum zu bestellen „Zona“ 17.03.2004 – 18.07.2004 im Musée International de la Croix-Rouge et du Croissant-Rouge, 17, Avenue de la Paix, 1202 Genève/Genf, Tel: +41 – (0)22 – 748 95 11 www.micr.org Öffnungszeiten: 10-17 Uhr, Di. geschlossen Buslinie 8 ab Bahnhof Richtung OMS, Aussteigen bei Station Appia Terror Háza, Andrássy út 60, Budapest 1062, Information: (361) 374 2600 www.houseofterror.hu Öffnungszeiten: Di. – So. 10 – 18 Uhr, Mo. geschlossen Anfahrt: Metro Linie 1 nach Vörösmarty utca oder Tram 4 und 6 bis Oktogon.
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