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Bakterien haben im Präkambrium riesige Mengen Eisen abgelagert |
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Geomikrobiologe belegt neue Hypothese zur Bildung der gebänderten Eisenerze.
In Westaustralien und Südafrika gibt es bis zu mehreren hundert Meter
dicke Gesteinsschichten, die gebänderte Eisenerze (Banded Iron
Formations, BIFs) heißen und tatsächlich auch mit bloßem Auge eine
klare Schichtung erkennen lassen. Dabei wechseln sich Lagen von
Eisenmineralen und Siliziumoxyd ab. Bisher konnte nicht eindeutig
geklärt werden, wie diese merkwürdigen Formationen entstanden sind. Die
Geologen gehen davon aus, dass das Eisen durch die Aktivität von
Lebewesen dort abgelagert wurde.
Bisher standen hauptsächlich
Sauerstoff produzierende Cyanobakterien, auch bekannt unter dem Namen
Blaualgen, im Verdacht, das Eisen durch chemische Oxidation des Eisens
mit dem gebildeten Sauerstoff abgelagert zu haben. Unter
Wissenschaftlern wird aber diskutiert, wann in der Erdatmosphäre
überhaupt ausreichend Sauerstoff durch Cyanobakterien gebildet worden
war, um solche Eisenformationen zu bilden. Denn die gebänderten
Eisenerze stammen bereits aus dem Präkambrium, sie sind bis 3,8
Milliarden Jahre alt - das Alter der Erde wird auf 4,5 bis 4,6
Milliarden Jahre geschätzt. Nun hat der Geomikrobiologe Dr. Andreas
Kappler vom Zentrum für angewandte Geowissenschaften der Universität
Tübingen, vormals California Institute of Technology, zusammen mit
anderen kalifornischen Forschern, Claudia Pasquero und Dianne K.
Newman, sowie dem kanadischen Forscher Kurt O. Konhauser von der
University of Alberta in Edmonton eine andere Entstehungshypothese der
gebänderten Eisenformationen mit Experimenten untermauert: Danach sind
die Eisenschichten durch die lichtabhängige Aktivität von
Eisenbakterien entstanden, die ohne Sauerstoff auskommen. Die
Forschungsergebnisse sind in der Novemberausgabe der Fachzeitschrift
Geology veröffentlicht (Geology, November 2005, Ausgabe 33, Nummer 11,
Seiten 865-868).
Wenn Sauerstoff in der Atmosphäre fehlt, kann zweiwertiges Eisen in
einer chemischen Reaktion durch ultraviolettes Licht oxidiert und als
dreiwertiges Eisen abgelagert werden. Eine solche Entstehung ist jedoch
bei den gebänderten Eisenerzen höchst unwahrscheinlich, weil diese
Bereiche zur Zeit des Präkambriums im Meerwasser lagen. Aber auch
bestimmte Mikroorganismen, die so genannten anoxygenen phototrophen
Eisenbakterien, können zweiwertiges Eisen lichtabhängig mit Hilfe ihrer
Zellwerkzeuge zu dreiwertigem Eisen umsetzen. Diese Bakterien sind die
entwicklungsgeschichtlich ältesten Organismen, die das Sonnenlicht für
Synthesen nutzen können. Sauerstoff benötigen sie nicht. Doch von den
winzigen Bakterien gibt es keine Fossilien. So haben die
Wissenschaftler um Andreas Kappler in Experimenten die Bedingungen der
früheren Erdatmosphäre und eines präkambrischen Ozeans simuliert und
den Stoffwechsel heutiger anoxygener phototropher Bakterien der Stämme
Thiodictyon und Rhodobacter ferrooxidans untersucht. Sie stellten fest,
dass diese Organismen unter den Lichtbedingungen in der Tiefe des
Ozeans, bei bewegtem Oberflächenwasser und sauerstofffreiem
Umgebungswasser Eisen in großen Mengen ablagern können. Das ist nach
ihren Untersuchungen selbst dann der Fall, wenn sich in den höheren
Wasserschichten zusätzlich sauerstoffbildende Cyanobakterien
angesiedelt hätten. Die Wissenschaftler halten die anoxygenen
phototrophen Eisenbakterien daher für die wahrscheinlichsten
Verursacher der Eisenablagerungen in den gebänderten Eisenformationen.
Nähere Informationen:
Dr. Andreas Kappler
Zentrum für Angewandte Geowissenschaften
Wilhelmstr. 56
72074 Tübingen
Tel. 0 70 71/2 97 49 92
Fax: 0 70 71/29 51 39
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{mosaddphp:buecher-content.php,Geomikrobiologie}
» 1 Kommentar
1Kommentar am Dienstag, 21. November 2006 17:38
Ein Sehr interesanter Artikel will ich nur sagen!
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