Management von genetisch erhöhtem Brustkrebsrisiko

Management von genetisch erhöhtem Brustkrebsrisiko

Die amerikanische Krebsgesellschaft schätzt für das Jahr 2002 200.000 Brustkrebsfälle, von denen 40.000 tödlich verlaufen werden. Insbesondere bei Frauen, bei denen ein bestimmtes Gen mutiert ist (BRCA 1 und 2) scheint es eine erhöhte Brust- und Eierstockkrebsrate zu geben. Anhaltspunkte für das Auftreten dieser Mutation können betroffene Frauen beim Blick in das Familienbuch erhalten: Treten in der Familiegeschichte einer Frau mehrfach Fälle von Brustkrebs auf, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Prädisposition für diese Krebsart vorliegt.

Erstaunlich ist, dass auch bei Männern diese besondere Mutation des Gens zu Brustkrebs führen kann. Auf der molekularen Ebene spielt das Protein, das von dem (bei manchen Frauen) mutierten Gen codiert wird, eine wichtige Rolle bei Reparaturprozessen der DNA.

Klinische Stichproben haben gezeigt, dass bei ca. 5% der europäischstämmigen Frauen in den USA (ohne eine entsprechende Familiengeschichte), bei denen Brustkrebs diagnostiziert wird, das Gen (welches im Normalfall die Entartung der Zellen zum Tumor unterdrückt) die Mutation aufweist. Demgegenüber zeigen Frauen mit einer entsprechenden Familienhistorie von Brustkrebsfällen eine Mutationsfrequenz zwischen 20 und 70%, je nachdem vor welchem ethnischen Hintergrund die Daten erhoben wurden.

Auch bei einer Reihe anderer Krebsarten wie Pankreas- und Prostatakrebs kann man erhöhte Mutationsraten des BRCA-Gens feststellen. Bei Ausbruch von Brustkrebs scheinen die Heilungschancen gegenüber Frauen ohne die Genmutation verringert zu sein. Bei Eierstockkrebs hingegen konnte ein derartiger Zusammenhang bisher wissenschaftlich nicht vermutet werden. Besonders hervorstechend ist die Zahl der Frauen unter 50, bei denen Brustkrebs entsteht.

In Absprache mit einem Facharzt können eine Reihe von Maßnahmen helfen, das erblich erhöhte Risiko besser zu managen.

So wird empfohlen, ab dem 18. Lebensjahr monatlich eine Selbstuntersuchung durchzuführen und ab dem 25. Lebensjahr mindestens einmal pro Jahr an einer Mammographie teilzunehmen.

Im Bereich der Vorbeugung spielen zum jetzigen Zeitpunkt insbesondere teils schwere chirurgische Eingriffe wie beidseitige Amputation der Brust und Entfernung der Eierstöcke eine wesentliche Rolle. Als positiver Nebeneffekt konnte durch Entfernung der Eierstöcke eine verringerte Brustkrebsrate beobachtet werden. Die nicht operativen Optionen sind derzeit leider immer noch sehr begrenzt. So wird zwar bei bestimmten Brustkrebsarten der Wirkstoff Tamoxifen eingesetzt, aber es konnte keine Verbesserung im Zusammenhang mit dem mutierten Gen gezeigt werden.

Heutzutage ist es betroffenen Frauen und ihren Familien durch präventive Genanalyse möglich, feststellen zu lassen, ob ein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht. Dadurch können die Frauen und die behandelnden Ärzte ein Programm zum Management des erhöhten Krebsrisikos der betroffenen Frauen und ihrer weiblichen Verwandten entwickeln. Ebenso können sich männliche Angehörige dadurch über ein potentiell erhöhtes Prostata- Brust- und Darmkrebsrisiko bewußt werden. Jedoch sollten alle Maßnahmen, die ergriffen werden, nur in engster Konsultation entsprechender Experten und nach ausgiebiger medizinischer und psychologischer Beratung durchgeführt werden.

Literatur:

Mark E. Robson (2002): Clinical considerations in the managment of individuals at risk for hereditary breast and ovarian cancer. Cancer control,Vol.9, No. 6, 457-465

Hinweis: Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Gewähr übernommen. Die Inhalte dieser Meldung ersetzen keine ärztliche Beratung!

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