Gewichtsabnahme Nur die Kombination aus Ernährungsumstellung und koerperlicher Aktivität fuehrt zum Erfolg

Gewichtsabnahme Nur die Kombination aus Ernährungsumstellung und koerperlicher Aktivität fuehrt zum Erfolg

Gewichtsabnahme: Nur die Kombination aus Ernährungsumstellung und körperlicher Aktivität führt zum Erfolg.

In westlichen Industrieländern, mit Überversorgung an Nahrung jeder Art, ist für inzwischen eine große Zahl an Menschen Übergewicht zu einem zentralen gesundheitlichen und ästhetischen Problem geworden, welches das psychische und physische Wohlbefinden massiv beeinträchtigen kann. Die biologisch sinnvolle Einrichtung der Natur, dass unser Körper in Zeiten des Überflusses Fettpolster anlegt für Perioden des Nahrungsmangels, stammt insbesondere bei den Europäern und europäischstämmigen Nordamerikanern aus der Eiszeit, als Hunger und Nahrungsknappheit ein Selektionsfaktor waren. Heute hingegen - bei ständigem Nahrungsüberangebot an kohlenhydrat- und fettreicher Ernährung - kehrt sich dieser einstige Selektionsvorteil ins Negative.


Zahllose Diäten, Ratschläge zur Gewichtsreduzierung und/oder Trainingsempfehlungen geben Betroffenen Anleitung zur Gewichtsreduktion. Gleichwohl machen viele Übergewichtige die leidvolle Erfahrung, dass nach einer entbehrungsreichen Diät häufig der sog. \"JoJo-Effekt\" eintritt, mit immer schnellerer Gewichtszunahme und zunehmender Verfettung des Körpers. Neueste sportmedizinische Erkenntnisse zeigen, dass nur dann eine dauerhafte Gewichtsreduktion erlangt werden kann, wenn gleichzeitig durch begleitendes Training in Form von Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren oder Rudern der Fettstoffwechsel modifiziert wird. Reine diätetische Maßnahmen ohne Sport führen - neben dem gewünschten Abbau der Körperfettdepots - auch zum gleichzeitigen und unerwünschten Muskelabbau. Zusätzlich reguliert der Körper den sog. Grundumsatz (also die Energiemenge, die bei normaler täglicher Routine verbrannt wird) nach unten. Nach Wiederaufnahme der normalen Ernährung tritt dann oft der \"Jojo-Effekt\" ein, weil der Körper weniger verbrennt, aber wieder die gleiche Energiemenge aufnimmt, wie vor der Diät. Die Folge ist eine erneute Auffüllung der Fettdepots mit noch stärkerem Anstieg des Körperfetts.


Wird jedoch gleichzeitig Sport betrieben, möglichst immer nach einem individuellen und mit Experten abgestimmten Trainingsplan, so erhöht sich parallel zur verringerten Nahrungszufuhr durch Diät und/oder Reduzierung der Fett- und Kohlenhydratbestandteile im Essen, auch der Grundumsatz. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Fettverbrennung von freien Fettsäuren (Triglyceride) verbessert wird, weil durch das Training die langsamen roten Muskelfasern (die bei Ausdauertraining zum Einsatz kommen) mehr fettabbauende Enzyme und erhöhte Aufnahme von freien Fettsäuren über die Zelloberfläche entwickeln.


Entscheidend ist also für eine erfolgreiche Gewichtsreduzierung nicht nur die Ernährungsumstellung auf weniger fettreiches Esssen, sondern auch die Aufnahme sportlicher Aktivität.


Empfohlen wird von Sportmedizinern z.B. mehrfaches wöchentliches Lauf- oder Radfahrtraining von mindestens 45-60 Minuten bei einer 50-60%igen Belastung, also eher ein \"gleichmäßiges Traben\" als ein schneller Sprint, bei dem nur Glucose verbrannt wird. Je länger die Trainingseinheit bei mittlerer Belastung dauert (für eine normale Unterhaltung während des Laufens mit einem anderen Mitsportler sollte noch genügend \"Puste\" vorhanden sein), desto mehr Fett wird verbrannt. Der Anteil der Fette am Energieumsatz des Körpers nimmt linear mit der Trainingszeit zu. Nach 30 Minuten gleichmäßigen Joggens bei mittlerer Belastung hat sich die Fettoxidation verdoppelt, nach 60 Minuten bereits vervierfacht.


Für begleitendes Training zu gewichtsreduzierenden Diäten sollte man generell - wenn man bis dahin wenig oder keinen Sport betrieben hat - zur Vermeidung von Gesundheitsschäden professionelle Beratung des Sportmediziners oder des ausgebildeten Fitnesstrainers in entsprechenden Einrichtungen (sportmedizinische Einrichtungen oder kompetente Fitnesscenter) in Anspruch nehmen.


(ttv, Dr. H.P. Bustami)



(Literatur: Tegtbur, U.: \"Fettstoffwechsel, Gewichtsreduktion und körperliche Aktivität\"; KCS 2000, 1(12), S. 40-45)

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