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Kranich und Seeadler im Aufschwung | Drucken |  E-Mail

Seeadler
Seeadler (c: WWF)
Galten Seeadler- und Kranichschutz in der alten Bundesrepublik noch als Königsdisziplin im Artenschutz kann man heute die erfreulichen Resultate sehen, die als ein Erfolg der letzten 20 Jahre anzusehen sind. Nicht zuletzt durch die deutsche Wiedervereinigung gelangten wertvolle Biotope aus der ehemaligen DDR wieder in das gesamtdeutsche Naturerbe. So waren insbesondere Seeadler- und Kranichpopulationen in der alten BRD nahezu erloschen. Allenfalls als imposante Durchzügler, deren trompetende Rufe und spektakuläre Keilformationen selbst ornithologisch wenig bewanderte Zeitgenossen den Kopf gen Himmel richten liessen, waren uns Kraniche noch bekannt.
Heute geht es den Charaktervögeln von Sumpf- und Moorgebieten wieder wesentlich besser und auch der Seeadler hat sich im Bestand erholt, wie der WWF jüngst meldete:




Kranich und Adler im Norden wieder heimisch: Mölln, 01. Februar 2006 - Seen, Sümpfen und Mooren in Norddeutschland geht es immer besser, bilanziert der WWF anlässlich des Tages zum Schutz der Feuchtgebiete am 2. Februar. Dies zeigt sich nach Ansicht der Umweltstiftung in der steigenden Zahl der charakteristischen Vögel. Lebten beispielsweise in Schleswig-Holstein und Niedersachsen 1972 noch 16 Kranichpaare, so sind es heute 635. Ähnlich ist die Entwicklung beim Seeadler. Die Zahl der Paare stieg im gleichen Zeitraum von vier auf 68 an. „Vor 30 Jahren waren Kranich und Seeadler noch vom Aussterben bedroht. Seitdem konnten sie ihren Lebensraum Stück für Stück zurück erobern“, freut sich WWF-Experte Thomas Neumann.

Der WWF engagiert sich in Norddeutschland seit 35 Jahren in großräumigen Feuchtgebieten. Zu den Projekten gehören die Schaalsee-Landschaft zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, der Naturpark Uckermärkische Seen in Brandenburg und das größte Niedermoorgebiet Deutschlands, der Naturpark Drömling zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Auch durch Spenden unterstützt konnten der WWF und seine Partner Flächen erwerben und renaturieren, so dass Trittsteine für einen großräumigen Biotopverbund entstanden sind. Bund und Länder unterstützen diese Projekte.

Die Erfolge im Feuchtgebietsschutz seien nur möglich gewesen, weil sich staatliche und private Organisationen wie der WWF konsequent für die Erhaltung und Regenerierung von Sümpfen und Mooren eingesetzt haben. Nicht überall ist die Bilanz allerdings so erfreulich. „Feuchtgebiete gehören zu den am meisten bedrohten Lebensräumen in Mitteleuropa“, weiß Neumann. „In den letzten 50 Jahren sind mehr als die Hälfte alle Moore, Seen, Feuchtwiesen und Sumpfwälder durch menschliche Eingriffe geschädigt oder gar zerstört worden.“ Die wichtigsten Gründe dafür sind laut WWF Entwässerungen, Schadstoffeintrag, Uferverbauung und intensive Freizeitnutzung.
Kranich
Kraniche (c: WWF)

Zudem reiche der Lebensraumschutz allein nicht aus. So spricht sich der WWF für ein Verbot der Wasservogeljagd in Schutzgebieten aus. Dies sei bisher nur in wenigen Regionen durchgesetzt worden. Die Jagd verscheuche die Wasservögel, dadurch hätten die Seeadler weniger Beutemöglichkeiten. Zudem vergifte das Blei aus Schrotmunition auf dem Weg über die Nahrungskette das Blut der Beutegreifer.

Auch zukünftig will der WWF alle Kräfte für den Schutz von Seen, Sümpfen und Mooren bündeln. Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, bis zu 125.000 Hektar bundeseigene Flächen, darunter auch viele Feuchtgebiete, als „Nationales Naturerbe“ zu schützen. Das entspricht in etwa der Hälfte der Fläche des Saarlandes. Dazu müsste nun, so der WWF, ein entsprechender Aktionsplan aufgesetzt und die nötigen Haushaltsmittel bereitgestellt werden.
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