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Die innere und die äussere Moral – politische Konflikte im Spiegel der Soziobiologie
Seite 2

Die doppelte Moral zieht sich wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte: Kriegsgegner auf jede nur erdenkliche Art zu töten ist stets eine Heldentat, moralisch zu rechtfertigen und geht zumeist mit einer den anderen zum Nicht- oder Untermenschen herabwürdigenden Propaganda einher. Hingegen die Tötung des eigenen Kameraden oder die Tötung eines eigenen Gruppenmitglieds (der eigenen Nation, Rasse, Kultur, Konfession) ist eine (zurecht) zutiefst verwerfliche Tat und wird als Mord betrachtet und von der Gemeinschaft entsprechend sanktioniert.
Auch die aktuellen politischen Konflikte an den Bruchstellen der Kulturen und entlang von Wohlstandsgefällen von NORD und Süd sind von dieser biologisch zu begründenden Doppelmoral, sowohl in der jeweiligen Medienöffentlichkeit als auch in den Handlungen der politisch Verantwortlichen, geprägt.
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Die Tragweite und das Elementare dieses Prinzips der inneren und äußeren Moral ist so stark, dass davon demokratische Gesellschaften ebenso betroffen sind wie Diktaturen oder Theokratien. Unter der durchaus wertenden aber auch simplifzierenden Verschlagwortung des „Kampfes der Kulturen“ im Sinne der Huntintonschen Definition sind diese Konflikte und die ihr zugrundeliegenden Prinzipien der doppelten Moral einer breiten Masse geläufig geworden. Vor dem Hintergrund der weltpolitischen Entwicklungen der letzten 5 Jahre, traten an die Stelle des Kampfes der Ideologien (Ost-West-Konflikt) neue (und zugleich alte) „Kreuzzüge gegen das Böse“ oder Kämpfe gegen „große und kleine Teufel“. Polarisierende Filme, die klare Feindbilder vermitteln, haben Hochkonjunktur und kommen dem elementaren Bedürfnis und Handeln der Menschen nach, das biogenetisch und evolutionsbiologische Prinzip der doppelten Moral auszuleben.
Die infernalischen Kriege, die insbesondere der vermeintlich zivilisiertere Norden untereinander im 20. Jahrhundert ausgefochten hat, führten zu der Einsicht, dass das in uns angelegte Prinzip der inneren und äußeren Moral nur durch starke zivilisatorische Anstrengungen überwunden und höhere moralisch-zivilisatorische Normen stets einer widerstreitenden menschlichen Natur abzuringen sind. Der durch zunehmende Perfektionierung der Tötungsmaschinerien drohende Overkill unserer Spezies mündete dann nach WK2 in die Deklaration der Menschenrechte, die von der Gleichheit aller Menschen ausgeht, zumindest auf dem Papier. Diese hehre Zielsetzung ist seitdem aber immer wieder an der Realität zerbrochen. Während es der reiche Norden halbwegs schafft, dem Prinzip der Menschenrechte innerhalb seines eigenen Kulturraums Geltung zu verschaffen, sind viele Länder der Erde davon weit entfernt. Zugleich erschafft der reiche Norden durch eine Vereinigung seiner Nationen und des von ihm abstammenden nordamerikanischen Kulturraums, eine neue Abgrenzung gegenüber anderen Kulturräumen, andersfarbigen Völkern, Konfessionen und entlang der Wohlstandsgefälle und handelt diesen gegenüber wieder nach dem Prinzip der inneren und äußeren Moral – nun lediglich in einem größeren Maßstab. Aktuelle Kriege und Konflikte sind Kronzeugen dieses neuen alten Befunds.
Gemessen an diesen ernüchternden Entwicklungen und Perspektiven bleibt nur die traurige Schlußfolgerung, dass der Traum universell gültiger Menschenrechte wohl nie erreicht werden wird.

Literatur.
Christian Vogel: „Vom Töten zum Mord – Das wirklich Böse in der Evolutionsgeschichte“. Hanser-Verlag, München 1989.

Autor: Dr. rer.nat. H.P. Bustami

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» 1 Kommentar
1"Steinzeitler im Weissen Haus"
am Samstag, 10. Februar 2007 16:21von Prawda
WIE primitiv offenbar die Menschen noch sind zeigt der Blick über den grossen Teich. 
 
Bush und seine Politik ist für mich der Inbegriff der Doppelmoral.
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